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Buch"Sonder in Oldesloe" PDF Print E-mail
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Das Buch  "Sonder in Oldesloe"

- Eine Papiermüllerfamilie zwischen Courantthalern und Tuberculose-

erschien am 20.12.2009 im Wachholtz Verlag.Wink

 

Das Buch handelt von den Geschicken der Papiermacher-Familie Sonder in der damaligen Kleinstadt Oldesloe in Stormarn im südlichen Holstein zu Anfang des 19.Jahrhunderts.

Vater Johann Daniel Sonder ersteigert 1815 mit seinem Geschäftspartner Hans-Friedrich Helms das große Anwesen eines inzwischen nicht mehr rentabel arbeitenden Kupfermühlen-Komplexes vom Heilig-Geist Hospital zu Lübeck. Aufgrund der vermehrten Nachfrage nach Papier und der guten Lage am Flüsschen Beste außerhalb der Stadt Oldesloe entscheiden sie sich mit viel Mut, an jenem Platz eine Papiermühle zu errichten.

Zwei seiner Söhne, Daniel August und Andreas Nicolaus , lässt Johann Daniel Sonder als Papiermacher ausbilden. Augusts Lehr- und Wanderjahre  führen ihn nach Österreich, Belgien und sogar bis in die Schweiz.

" Man muss sich schon in der Welt umgucken",erkennt Johann Daniel Sonder vorausschauend.1798 ist von dem Franzosen Louis Nicolas Robert die erste umlaufende Endlos-Sieb-Papiermaschine erfunden worden. Diese Erfindung revolutioniert die Papierherstellung -  die Manufaktur entwickelt sich immer mehr in Richtung  maschinelle Produktion .

Partner Hans-Friedrich Helms steigt 1832, nach 17 Jahren, aus der Unternehmung aus .

Sohn Daniel August Sonder heiratet 1833 die vermögende Gerberstochter Charlotte Johanne Axt aus Oldesloe.

Ungefähr im selben Jahr übernimmt August die Geschäfte vom Vater, der sich immer mehr aus dem Betrieb zurückzieht und dann 1846 stirbt. Ein Jahr vorher ,1845, stirbt Schwiegervater August Gottlieb Axt, inzwischen zum Ratsherr und Senator aufgestiegen.

Andreas Nicolaus ist nicht so risikofreudig wie sein Bruder August und zieht sich bald aus der Leitung der Papiermühle zurück.

Er kümmert sich fortan um die Landwirtschaft und um die Tiere, denn das Anwesen um die Papiermühle herum ist sehr großflächig und arbeitsintensiv..

1842 investiert Daniel August in neue Technologie und kauft eine Dampfmaschine aus Kopenhagen, deren zollfreie Einfuhr er vom dänischen König erwirkt hat, denn die Stadt Oldesloe steht zu dieser Zeit unter dänischer Verwaltung.

Vier Jahre später, 1846, wohl mit dem Kapital des Vaters und Schwiegervaters, erwirbt August die erste Papiermaschine von der Firma Escher,Wyss und Cie in Zürich.

 

Dies alles ist belegt durch die anschaulich geschriebene Sondersche FamilienChronik, die mir schon um 1985 von Olga Sonder geb. Friedländer aus Zug in der Schweiz überlassen wurde. Die 1911/1912 verfasste Chronik schrieb Otto  Heinrich Karl Sonder (1851-1934), der Vater ihres Mannes Richard Sonder.

Der Chronist Otto Heinrich Karl Sonder ist  gleichzeitig der jüngere Bruder meiner Urgroßmutter Pauline Sonder, verheiratete Stange.

 

Wie kam es nun zu der Idee, darüber ein Buch zu veröffentlichen.

Eigentlich dadurch, dass mein Vater mir oft schwärmerisch vom so tüchtigen und mutigen Ehepaar Daniel August und Charlotte Sonder geb. Axt und ihren 12 Kindern erzählt hatte. Dann fand ich auch noch Fotos dieser Familie, das bekannte, auf dem sie mit sieben ihrer insgesamt 12 KInder abgebildet sind, und ein weiteres Foto, auf dem das Ehepaar in fortgeschrittenem Alter zu sehen ist. Und ich entdeckte ein Aquarell ihres Wohnhauses an der Papierfabrik, nicht nur gerahmt als Bild, nein, auch sorgfältig aufgemalt auf einer Biedermeiertasse. Das Glück wollte es, dass einer meiner Brüder mir diese Tasse spontan schenkte.

Besuche in den Jahren 1984 bis 1987 bei meiner Verwandten Alice Sonder geb. Krug, die zum Apotheker-Stamm in Bad Oldesloe gehörte, hatten immer wieder die Sondersche Papiermühle zum Inhalt. Wir tauschten uns über unseren Kenntnisstand aus, und Alice Sonder zeigte mir u.a. eine fundierte und interessante Abhandlung von Friedrich von Hössle über die Oldesloer Papiermühle mit  ihren unterschiedlichen Wasserzeichen.

So kam mir diese lange untergegangene Welt des frühen 19.Jahrhunderts , in der meine Vorfahren lebten, immer plastischer vor Augen, und ich blieb neugierig, was das Thema Papiermühle Oldesloe anging.

Dann fand ich in einem Sekretär in meinem Elternhaus die liebevoll verschnürten Briefe meiner Urgroßmutter Pauline Sonder, die sie von der Papiermühle als junges Mädchen und spätere Braut an ihren Bräutigam Otto Stange schrieb.

Meine Großmutter hatte die Briefe sorgfältig aufbewahrt.

Die Poststempel zeigten die Jahreszahlen  1868 bis 1871. Und sie waren hochinteressant für mich zu lesen: Ergänzte doch ihr Inhalt meine unvollständigen Vorstellungen, wie man in dieser Zeit gelebt, gewirkt und gedacht hatte auf die vortrefflichste Weise.

Ihrem "Ott" schrieb sie, was sich alles bei ihr zuhause in der Papiermühle am Rande der Kleinstadt Oldesloe zutrug, zum Beispiel wie ihr Verhältnis zu ihren elf Geschwistern war. Aus  den Briefen erfuhr ich vom Alltag in einer Papiermühle, davon, dass das antreibende Wasserrad kaputt ging und ersetzt werden musste. Ich las auch über die krankmachenden Folgen der Papierbleiche und über die berührend geschilderten Krankheits- und Todesfäll in ihrer Familie. Ihr Vater, ihr Bruder, der die Papierfabrik übernehmen sollte, ebenso  auch zwei weitere Brüder starben an Tuberkulose, der gefürchteten Krankheit  unter den Papiermachern.

Ihr Bräutigam Dr. med.Otto Stange war einer der die Familie behandelnden Ärzte, die in der schlimmsten Zeit beinahe täglich ins Wohnhaus der Papiermühle kamen. Manchmal war Morphium das einzige Mittel, das dem Patienten Erleichterung verschaffen konnte.

 

In meinem Lübecker Elternhaus  stöberte ich auch Lebenserinnerungen meiner Großmutter Elfriede und deren Schwester Emma, beide geborene Stange, auf. Deren Aufzeichnungen und Portraitierungen ihrer Großeltern Sonder ergänzten  hervorragend die vorhandene Chronik von Otto Heinrich Karl Sonder.

Ich begann immer tiefer in Paulines Welt einzutauchen. Ihre damalige Welt, in der sie lebte, kam mir zusehens deutlicher vor Augen. Ihre selbstgestaltete Psalm-Bibel mit ihren persönlichen Eintragungen wie auch ihr Verlobungsring brachten sie mir ganz nahe als meine Ahnin.

Ja, und alle bisher nicht veröffentlichten Quellen zusammen stellten für mich einen kolossalen Fundus dar, von dem ich überzeugt war, dass dieser unbedingt zum Leben erweckt werden sollte in Form eines Buches.


 

Hier können Sie das Buch bestellen
www.rehme-buch.de

 

BildUnterschriften zu den Bildern in der oberen Bild-Leiste wie auch weiter unten:

oberstes Bild:

Wohnhaus der Familie Daniel August und Charlotte Sonder, im Hintergrund links der Schornstein der Papiermühle,

ausserhalb der damaligen Stadt Oldesloe gelegen, Aquarell, um 1870

mittleres Bild:

Ehepaar Daniel August und Charlotte Sonder mit 7 ihrer 12 Kinder,um 1845

v.l.Marie,August jun.,Charlotte, Johanna,

vorne sitzend v.l. Emma, Georg,und Pauline Sonder

unteres Bild :

Die Sondersche Papierfabrik zum Zeitpunkt des Verkaufs, kolorierte Zeichnung, um 1870

 

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